Liebe Mizzi,

wo immer du bist, du bist mitten unter uns.
Es fällt nur schwer dich nicht mehr zu sehen,
aber wenn ich ganz still bin und in mich höre, ja dann höre ich dich.

Da steht ihr nun, wollt mich betrauern, ihr glaubt, dass ich gegangen bin:
Ihr mögt vielleicht zunächst erschauern - doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier - wie ihr vermutet,
mein Körper mag's gewesen sein,
er ist jetzt rein und lichtdurchflutet,
ich bin schon lang nicht mehr allein.

Hört das Rauschen der Blätter im Wind !
Es sind überaus viele - sicherlich -,
doch achtet darauf wie schon sie sind
und eins der Blätter - das bin ich.
BluSeht die Wolken am Himmel ziehen,
schaut ihnen zu und denkt an mich,
das Leben war doch nur geliehen,
und eine Wolke - das bin ich.

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt erschaffen - meisterlich,
ich bin beschwingt genau wie diese,
und einer davon - das bin ich.

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich ?
Ihr müsst nicht lange danach fragen:
denn eine Welle - das bin ich.

Blumen erblüh'n in all ihrer Pracht,
die Rose - selbst der Wegerich,
sie sind ausnahmslos für euch gemacht
und eine Blume - das bin ich.

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär dies ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert:
Denn eure Freude - das bin ich.